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Juni 12, 2019

Teil unseres Alltags und mittlerweile zum regelrechten Trend geworden. Gerade in unserem Weinuniversum gibt es immer noch enorme Unsicherheiten und Skepsis gegenüber Begriffen wie Bio, Biodynamisch, Natürlich, Nachhaltig und Vegan. 

Was bedeutet das eigentlich im Weinbau? Kann man diese Begriffe voneinander abgrenzen? Ist denn Wein nicht per se auch Vegan? 

Vegane Weine und das Tier im Wein 

Was macht einen Wein vegan? Natürlich ist Wein ein rein pflanzliches Produkt. Dass es auch veganen Wein gibt, sorgt gelegentlich für Irritationen. 

Viele wissen nicht, dass Winzer teilweise tierische Klärmittel einsetzen, um den Wein von Trübstoffen zu lösen und es zu filtrieren. Zum Beispiel mit Gelatine aus Schweineschwarten oder aus Knochen, Knorpeln und Sehnen vom Rind. Oder mit der Hausenblase aus der getrockneten Schwimmblase von Stören oder Welsen. Aber auch Hühnereiweiß kann dem Wein beim Klären helfen. Diese tierischen "Schönungsmittel" werden hauptsächlich von traditionellen Weingütern verwendet. Überwiegend bei Rotweinen. Durch die Zugabe der tierischen Produkte flocken etwa die unerwünschten Inhaltsstoffe (Schwebteilchen) aus, sinken schneller zu Boden, und der klare Wein kann von oben abgezogen werden. 

Tierische Klärmittel gelten als technische Hilfsmittel, da sie nach der Produktion entfernt werden, muss man sie nicht auf dem Weinetikett deklarieren. Selbst wenn sich von den Klärmitteln nichts in der Flasche wiederfindet, sind sie für Veganer ein Graus. In vielen Weinflaschen ist übrigens bereits veganer Wein enthalten, ohne dass die Winzer dies besonders hervorheben oder auf das Etikett schreiben. 

Den meisten Vegetariern geht es ums Tierwohl. Sie halten es für unmoralisch, andere Lebewesen zu töten, um sie dann aufzuessen und zu verwerten. Diese Einstellung sollte respektiert werden. 

Entsprechende Weine erkennt man vor allem an Siegel von Organisationen wie der Vegan Society (Veganblume) und der Europäischen Vegetarier-Union (V-Label). 

Bio-Weine 

In gewisser Weise ist der ökologische Landbau eine Rückkehr in die Vergangenheit, bevor die intensive Landwirtschaft die auf Agrochemikalien basiert, stärker umgesetzt wurde. 

Bio-Wein wird mit Bio-Trauben hergestellt, sie werden nicht chemisch behandelt, die Erzeuger wenden biologische Methoden und natürliche Präventionstechniken an, um die Pflanzen gesund zu erhalten und Schädlinge zu bekämpfen. Das Ziel ist die Sanierung des Bodens, der lokalen Artenvielfalt und die bestmögliche Weinqualität. 

Um herauszufinden, ob ein Wein biologisch ist, überprüfen Sie das Etikett, auf dem sich in Europa das BIO-Label befindet. 

Biodynamische Weine 

Biodynamischer Wein ist nicht mit Bio-Wein identisch. Biodynamik ist eine Art Vertiefung des biologischen Landbaus, welches auf der Suche nach Harmonie mit der Natur, spirituelle und philosophische Konzepte hinzufügt. 

Die Trauben werden ohne Chemie hergestellt. Das Pflanzen und Ernten folgt einer Reihe von Regeln, wie die Berücksichtigung der Astrologie, des Mondkalenders und der Verwendung von natürlichen Produkten gegen Schädlinge. 

Schauen Sie einfach nach dem DEMETER-Zertifizierungssiegel auf dem Etikett. 

Natur Weine 

Bio und Biodynamik decken nur das ab, was in den Weinbergen geschieht, nicht in der Kellerei, wenn es an der Zeit ist, die Traube in Wein zu verwandeln. 

Natur Wein kann sowohl aus biologischem als auch aus biodynamischem Anbau stammen. Sie werden mit dem geringsten möglichen Eingriff hergestellt und ist die ursprünglichste Produktion, die man finden kann. Natürlicher Wein erscheint uns im Vergleich zu anderen Weinen oftmals als etwas seltsam oder fehlerhaft. 

Die Herstellung von Naturwein ist gesetzlich nicht geregelt. Natur Weine werden allerdings immer ohne chemische Behandlungen hergestellt. Es werden keine Konservierungsstoffe oder Zusätze wie Tannin und Zucker hinzugefügt. Lediglich Naturhefe wird verwendet, es wir nicht künstlich geklärt. Diese Weine sollten erst nach dem Dekantieren verzehrt werden. Naturweine sind dunkler und dicker, da die natürlichen Eigenschaften jeder Traube erhalten bleiben. 

Nachhaltigkeit 

Nachhaltigkeit ist ein allgemeiner Begriff der sich auf eine Reihe von Praktiken bezieht, die nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial verantwortlich sind.

Ein Winzer der Nachhaltig wirtschaftet, ist bestrebt, die gesamte Betriebsführung, den Weinberg, die Kellerwirtschaft und die Vermarktung im Rahmen einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbetrachtung stetig zu optimieren. Er bemüht sich auch um die Einsparung von Wasser und Energie, wobei vorzugsweise erneuerbare Ressourcen eingesetzt werden.

Und nun?

Trotz wachsender Beliebtheit und Förderprogramme, ist der ökologische Weinbau noch nicht soweit, den großen Markt zu bedienen. Der Spagat zwischen Qualität, großen Produktionsmengen, ressourcenschonendes wirtschaften, faire Bezahlung der Mitarbeiter und Kosteneinsparungen, ist nicht einfach zu stemmen. Solange wir als Verbraucher nicht bereit sind, etwas mehr für nachhaltigere Produktionsformen zu bezahlen, bleiben diese Produkte in gewisser Weise elitär. 

Es gibt pauschal weder bessere noch schlechtere Weinanbauformen. Nachhaltigkeit sollte immer eine wichtige Rolle spielen. Ob ein Ökowein besser schmeckt als ein konventioneller Wein, hängt von vielen Faktoren ab. Jeder Prozess der Herstellung und des Anbaus der Trauben führt zu Weinen mit unterschiedlichen Stilen und Ausdrucksformen. Das Gesamtpaket muss stimmen. 

Probieren wir also. Am besten mit allen Sinnen. 

Zum Wohl! 

Ihr Carlos Veigas Carocha

P.S.

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